Sonntagsblick vom 20.01.2008
Rückpässe zählen und Boxen-Skandal
Tagebuch von FCB-Degen
FORMEL FCB Seit einer Woche bereitet sich der FC Basel in Spanien auf
die Rückrunde vor. Doch was machen die Profis, wenn sie nicht
trainieren? Mittelfeldspieler David Degen (24) führte für SonntagsBlick
ein Tagebuch.
Montag, 14. Januar: «Wir sind um 19.30 Uhr in Alicante gelandet, wo
bereits der FCB-Car wartete, der uns nach La Manga brachte. Im Hotel
Hyatt Regency verteilte Teammanager Gusti Nussbaumer die Schlüssel. Ich
habe ein Einzelzimmer. Andere, wie Streller und Huggel, Ergic und
Chipperfield oder Nakata und Hodel teilen sich das Zimmer.»
Dienstag: «Wir werden nicht geweckt. Das macht jeder selber. Heute
stand schon um 7.45 Uhr Joggen und um 10 Uhr Training auf dem Programm.
Am Abend schaute ich mir mit dem Trainer das Cup-Spiel Liverpool –
Luton an und musste die Rückpässe der Reds zählen. Gross wollte mir
aufzeigen, dass englische Teams praktisch nur nach vorne spielen. Nach
dem 4:0 sind wir gegangen gezählt habe ich wirklich nur einen oder zwei
Rückpässe…»
Mittwoch: «Heute Nachmittag hat uns Kondi-Trainer LaurentHagist mit der
Beep-Maschine geärgert. Fussballer hassen dieses Gerät! Alle 5 Sekunden
piepst sie und wird bei Kräftigungsübungen eingesetzt. Laurent nennt
sie seinen Assistenten nur muss er ihn nicht zum Bier einladen...»
Donnerstag: «Heute spielten wir gegen Marcel Kollers Bochum. Ich
spielte durch. Das 2:2 ging in Ordnung. Am Abend war wieder unser
‹Molotow-Jass› angesagt. Streller ist ‹verdammi› stark.»
Freitag: «Um 15 Uhr fuhren wir zur Gokart-Bahn. Nur ein Boxen-Skandal
konnte mich stoppen! Weil ich zu schnell war, hat man den Silberpfeil
von Huggel frisiert, sonst hätte er mich nie von der Strecke beissen
können. Fahrertechnisch war ich Weltklasse. Na ja Beni hat gewonnen und
die Goldmedaille den ganzen Abend nicht mehr abgelegt. Als ob wir nicht
so gemerkt hätten, dass er Erster geworden ist. Um 20.30 Uhr sind wir
ohne die Trainer nach Cartagena gefahren. Costanzo hat ein Essen im
Restaurant eines Freundes organisiert. Und im Jass lieg ich auch
hinten.»
Samstag: «Im Training hatten wir heute mehr Mühe als sonst. Der Trainer
wollte eine neue Angriffs-Variante üben nur hat es keiner kapiert. Nach
dem Abendessen hat Assistenztrainer Fritz Schmid die Statistiken der
letzten sechs Monate präsentiert. Danach ging ich früh ins Bett: Am
Sonntag spielen wir gegen Hoffenheim. Und ich will meinem ehemaligen
Gladbach-Kumpel Marvin Compper Knöpfe in die Beine dribbeln.»